Was ein Picolaser leistet
Ein Picolaser zerlegt Farbpigmente mit extrem kurzen Lichtimpulsen. Die Energie trifft das Pigment so schnell, dass es zerspringt, bevor die Wärme sich in das umliegende Gewebe ausbreiten kann. Der Körper trägt die Bruchstücke danach selbst ab.
Genutzt wird das vor allem für Tattoo- und Permanent-Make-up-Entfernung sowie für Pigmentflecken. Der Unterschied zu älteren Verfahren liegt weniger in der Leistung als in der Impulsdauer.
Pikosekunden gegen Nanosekunden
Ein Q-Switched-Laser arbeitet im Nanosekundenbereich, ein Picolaser tausendmal kürzer. Das hat zwei praktische Folgen: Die Pigmente zerspringen in feinere Teilchen, die der Körper leichter abtransportiert, und es gelangt weniger Wärme in die Haut. In der Praxis bedeutet das meist weniger Sitzungen und eine schonendere Behandlung.
Der EY Pico Hybrid beherrscht beide Betriebsarten, Pikosekunden und Q-Switched. Das ist kein Marketingzusatz: Manche Farben und Tiefen sprechen auf den längeren Impuls besser an, und Sie behalten beide Wege offen.
Welche Wellenlänge für welche Farbe
Farbpigmente nehmen Licht unterschiedlich auf. Deshalb entscheidet die Wellenlänge darüber, welche Tattoofarben Sie überhaupt behandeln können:
- 1064 Nanometer für dunkle Pigmente, also Schwarz und Dunkelblau. Dringt am tiefsten ein und ist die Arbeitswellenlänge für den grössten Teil aller Tattoos.
- 532 Nanometer für warme Farben wie Rot, Orange und Braun. Dringt weniger tief ein und eignet sich zusätzlich für oberflächliche Pigmentflecken.
- 755 Nanometer für Grün und Blau, die Farben, an denen ältere Geräte regelmässig scheitern.
Ein Gerät mit nur einer Wellenlänge kann schwarze Tattoos entfernen und sonst wenig. Wer bunte Arbeiten annehmen will, braucht die Auswahl. Der EY Pico Hybrid bringt alle drei mit, als Aufsätze für den Gelenkarm.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
- Wellenlängen im Lieferumfang. Nicht alle Anbieter liefern alle Aufsätze mit. Fragen Sie nach, was im Preis enthalten ist und was ein späterer Aufsatz kostet.
- Spotgrösse. Beim EY Pico Hybrid von 2 bis 10 Millimetern einstellbar. Kleine Spots für Konturen und Permanent-Make-up, grosse für flächige Arbeiten.
- Frequenz. 1 bis 10 Hertz. Höhere Frequenz heisst schnelleres Arbeiten auf grossen Flächen.
- Kühlung und Wartung. Der EY Pico Hybrid arbeitet mit einem Wasserkreislauf und demineralisiertem Wasser. Der Wasserwechsel wird monatlich empfohlen, der Filterwechsel alle sechs bis zwölf Monate. Das ist überschaubar, muss aber jemand machen.
- Aufstellung. Das Gerät braucht einen belüfteten Raum ohne direkte Sonneneinstrahlung. Klären Sie den Standort, bevor das Gerät geliefert wird.
Was ein Picolaser nicht kann
Kein Laser entfernt jedes Tattoo in einer Sitzung, und manche Farben bleiben schwierig, besonders helle Grün- und Gelbtöne sowie weisse Pigmente. Auch die Zahl der nötigen Sitzungen hängt von Alter, Tiefe und Farbe der Arbeit ab.
Wir sagen das bewusst dazu. Ein Gerät, das mit unrealistischen Versprechen verkauft wird, erzeugt Ihnen Kundinnen mit falschen Erwartungen, und die kommen kein zweites Mal.
Was in der Schweiz gilt
Für Laserbehandlungen brauchen Sie nach der V-NISSG einen Sachkundenachweis. Das gilt für die behandelnde Person. Rechnen Sie die Ausbildung deshalb von Anfang an mit ein, wenn Sie in die Tattooentfernung einsteigen.
Achten Sie zusätzlich auf die Medizinprodukte-Kennzeichnung des Geräts. Bei einem Direktimport ohne Unterlagen tragen Sie das Risiko allein.
Was bei uns zum Gerät gehört
Zu jedem Gerät gehören die Schulung, die Lieferung, die Installation vor Ort und der Kundendienst aus der Schweiz. Auf Wunsch bilden wir die Anschaffung über eine monatliche Rate ab.
Wenn Sie unsicher sind, ob sich der Einstieg in die Tattooentfernung für Ihr Studio rechnet, schreiben Sie uns. Wir rechnen das mit Ihnen durch, bevor Sie etwas kaufen.